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„Unsere Arbeit wird mit Füßen getreten“

Quelle: Rüsselsheimer-Echo (möb)

Feuerwehr – In Astheim war 2012 ein ereignisreiches Jahr – Wehrführer Volker Pelz kritisiert Gemeinde mit harten Worten

Volker PelzArchivFoto:Dennis Möbus
| Vergrößern | Volker PelzArchivFoto:Dennis Möbus
ASTHEIM. 


18 Mal rückten die Retter aus, sie leisteten dabei 125 Einsatzstunden. Dazu zählten allein vier Fehlalarme, die beim Fastnachtsumzug mutwillig durch Betätigung der Druckknopfmelder im Bürgerhaus ausgelöst worden waren, sagte Pelz. Die Einsatzkräfte nahmen an 20 Schulungsabenden, 16 Übungen sowie weiteren Arbeitseinsätzen, Boots- und Atemschutzübungen und Objektbegehungen teil und leisteten dabei in ihrer Freizeit jeweils 94 Stunden.
Überörtlich nahm man an Grund-, Truppführer- und Atemschutzlehrgängen sowie weiteren Seminaren teil. Pelz berichtete über die durch Brandsicherheitsdienste der Feuerwehr unterstützten Veranstaltungen wie Fastnacht, Kerb, Osterfeuer und Martinsumzug.
Beim Nachkerwefrühschoppen, dem Maifest im Gewerbegebiet, dem Tag der offenen Tür der Firma „X-raid“ sowie der Ausstellung der Astheimer Oldtimerfreunde war man ebenfalls unterstützend dabei.
Die Einsatzkräfte boten zudem Brandschutzerziehung im Kindergarten sowie eine Räumungsübung dort und auch in der Grundschule an. Erstmals führten die Retter eine 24-Stunden-Übung durch, bei der auch neue Kameraden herangeführt werden konnten. Die Übung war ein Erfolg und soll in diesem Jahr wiederholt werden. Neue Kameraden waren vor allem Quereinsteiger: Man freute sich besonders über Markus Frank, Florian Bender und Simon Baumgärtner.

Die Astheimer erweiterten im vergangenen Jahr lediglich ihren Türöffnungssatz, alle weiteren Ausgaben beschränkten sich auf kleinere Reparaturen, damit Fahrzeuge und Gerätschaften einsatzbereit gehalten werden konnten, erklärte Pelz. Weiterhin offen seien die Renovierungen des Fußbodens und der Wände der Fahrzeughalle. „Die Arbeiten werden schon seit zwei Jahren geschoben.“ Laut Bedarfs- und Entwicklungsplan müsse zudem der Gerätewagen-Nachschub, Baujahr 1991, ersetzt werden, bemängelte der Wehrführer. Dabei tue sich aber nichts. Pelz, seit über 20 Jahren Wehrführer, kritisierte zudem die Gemeinde. „Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass die Feuerwehr nicht als Institution, die ehrenamtlich und unentgeltlich tätig ist, gesehen wird, sondern nur noch als Klotz am Bein, der Kosten verursacht.“
Dass nie die Türen für die Politiker geöffnet werden mussten, zeuge „von dem Interesse und der Wertschätzung der Kommunalpolitik an der Feuerwehr“, fügte er ironisch hinzu. Dieses Dilemma zeige sich auch in der Brandschutzkommission, die im vergangenen Jahr nicht einmal tagte. „Themen und Gesprächsstoff gab es mehr als genug“, monierte der Feuerwehrchef.

Zudem kritisierte er, dass es ein trauriges Bild sei, dass man erst aus der Presse über Entwicklungen im Bereich Feuerwehr informiert werde. „Mittlerweile ist durchgesickert, dass es wieder Überlegungen gibt, Standorte zu schließen. Man sollte sich die nächsten Schritte gut überlegen, denn wenn weiter so gearbeitet wird, wird es in Astheim bald keine ehrenamtlichen Helfer mehr geben. Deren Arbeit wird geradezu mit Füßen getreten.“ Ähnliche Worte waren vor kurzem auch in Geinsheim bei der Hauptversammlung gefallen.
Zur Tagesordnung zählten auch Wahlen im Bereich Feuerwehrverein. Als Vorsitzender wurde Volker Pelz wiedergewählt. Ebenso einmütig wählte die Versammlung Jugendwart Kai Mühlbauer, Schriftführerin Sabrina Deinert und Pressewart Christian Horneck. Karl Heinz Jungmann wird als Kassenprüfer ab sofort Tim Volkmann unterstützen. Als Höhepunkte stehen der Nachkerwefrühschoppen am 8. September sowie die zwanzigjährige Partnerschaft mit der befreundeten Feuerwehr aus Astheim am Main bevor.
Fred Schmidt, stellvertretender Kreisbrandinspektor und Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Groß-Gerau, dankte für das Engagement und betonte, dass es wichtig sei, auch wegen des kulturellen Hintergrunds alle Ortsteilwehren zu erhalten. Insgesamt hat die Astheimer Wehr 327 Mitglieder, 33 sind in der Einsatzabteilung aktiv. Die Jugendwehr besteht aus 17 Jungen und einem Mädchen, bei den Bambinis sind elf Kinder dabei. Die Alters- und Ehrenabteilung besteht aus neun Personen.


Bald gibt es eine Werbekampagne

ASTHEIM. 

Jugendwart Kai Mühlbauer berichtete über die Aktivitäten der Jugendwehr, wozu 96 Unterrichts- und Übungsstunden sowie die Beteiligung am Oktoberfest und bei der Weihnachtsfeier zählten. Die Bambiniabteilung „Astemer Firedragons“ bestand am Jahresende aus zwei Mädchen und neun Jungen. Stolze fünf Bambinis wurde in diesem Jahr in die Jugendwehr überführt, worüber sich Mühlbauer sichtbar freute. Die Unterrichtsstunden, in denen den Kindern Teamgeist, Fairness, Hilfsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Feuerwehrwissen vermittelt werden, werden rege angenommen. Die Wehr will bald eine Werbekampagne starten, um weiteren Zuwachs zu gewinnen. Kassenwart Christoph Immel berichtete über ein leichtes Plus in der Vereinskasse.

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18 Einsätze in einem Jahr

Quelle: Main-Spitze (da)

05.02.2013 - ASTHEIM

FEUERWEHR Bilanz ohne besondere Vorkommnisse

(da). Ohne besondere Vorkommnisse, dennoch ereignisreich: So bilanzierte Wehrführer Volker Pelz bei der Jahreshauptversammlung das Jahr 2012. Insgesamt hatte die Wehr zu 18 Einsätzen ausrücken müssen und wendete dafür 125 Stunden auf. Dank der guten Ausbildung seien alle Einsätze reibungslos und professionell abgearbeitet worden.

Vier der fünf Fehlalarme habe es bei der Veranstaltung nach dem Fastnachtsumzug in der Jakob-Roos-Halle gegeben, weil dort mutwillig der Druckknopfmelder eingeschlagen worden sei. Jedes Mal sei die Feuerwehr mit einem Fahrzeug ausgerückt. Bei zwei Veranstaltungen wurden 24 Stunden Brandsicherheitsdienst geleistet. Für Schulungs- und Übungsabende wurden 94 Stunden pro Mann aufgewendet. Zehn Kameraden absolvierten überörtliche Lehrgänge. Im vorigen Jahr wurde erstmals eine 24-Stunden-Übung durchgeführt, in die auch die Jugendwehr eingebunden war.

Nur kleine Anschaffungen

Im vergangenen Jahr sei nur der Türöffnungssatz erweitert worden. Alle weiteren Ausgaben hätten sich auf kleinere Reparaturen und Anschaffungen beschränkt, damit Fahrzeuge und Gerätschaften einsatzbereit gehalten werden konnten. Weiter offen sei die Renovierung des Fußbodens sowie der Wände in der Fahrzeughalle, berichtete Pelz. Diese notwendigen Arbeiten würden schon seit zwei Jahren geschoben. Informationen über den Sachstand könne er leider nicht geben.

So verhalte es sich auch mit der Notwendigkeit, den Gerätewagen des Baujahres 1991 zu ersetzen. Laut Bedarfs- und Entwicklungsplan sei dieser schon 2011 fällig gewesen.

In diesem Zusammenhang monierte Pelz auch, dass es im Berichtsjahr keine Sitzung der Brandschutzkommission gegeben habe.

Der Freiwilligen Feuerwehr Astheim gehören 327 Mitglieder an. Die Einsatzabteilung hat 33 Aktive, die Alters- und Ehrenabteilung neun. Die Jugendwehr zählt 18 Mitglieder, die Bambini elf.

Vielfältige Unterstützung

Beim Fastnachtsumzug war das Gerätehaus wieder Anlaufstelle zahlreicher Narren aus nah und fern. Parallel wurde während des Umzuges Brandsicherheitsdienst geleistet. Unterstützt wurde die katholische Kirche beim Osterfeuer und Martinsumzug, die Oldimerfreunde bei der Oldtimer-Ausstellung. Mit von der Partie war die Wehr bei den Feiern im Gewerbegebiet (Rallye-Team und Gewerbeausstellung). Ausgerichtet wurde der Nachkerwefrühschoppen und eine Gedenkfeier zum Totensonntag auf dem Friedhof.

Die Jugendfeuerwehr traf sich zu 43 Stunden allgemeiner feuerwehrtechnischer Ausbildung und 53 Stunden allgemeiner Jugendarbeit. Von den Bambinis wechselten fünf Mitglieder in die Jugendfeuerwehr.

 

 
Freitag, 21. September 2018